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BAR

Datum: 07.03.2019

Uhrzeit: 20:00 Uhr - 23.30 Uhr

Ort: POLKA Bar

Konzert

BAR

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„BAR ist Musik für eine rauchgeschwängerte Spelunke, morgens um vier, dunkel und melancholisch, zäh und tief, akzentuiert und träge. Mit Voodoo-Twang und Zombie-Charme hat die Band die Nacht auf der Bühne einer Rotlicht-Kneipe verbracht, um morgens mit einem Konterschnaps dem neuen und bitteren Tag entgegen zu trinken. Musik für Szenen der Einsamkeit in der tristen Öde grauer Metropolen oder in weiten, windzerzausten Wüsteneien. Dort, wo der Mensch stets unbehaust ist, verweigern BAR sich seit Jahrzehnten erfolgreich der Steigerungslogik popkultureller Aufmerksamkeitsökonomie. Hier gibt es kein zu viel, kein zu schnell, und auf keinen Fall unnötige Gefühle – BAR sind hier, um uns zu sagen, dass nichts jemals okay sein wird.“ (Ingo Leistner und Kristina Jung in ihrer Laudatio zum Reinhold-Schneider-Preis)
Nachdem im Mai 2018 der Longplayer „Keep smiling“ bei Rookie Records erschienen war, überraschte die Stadt Freiburg die Jungs von BAR mit der Nachricht, sie hätten den Reinhold-Schneider-Preis gewonnen. Der renommierte Kulturpreis der Stadt wird alle zwei Jahre abwechselnd in den Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik vergeben. Eine Rock- oder Pop-Band war noch nie unter den Preisträgern – und jetzt BAR?
Warum verleiht die Stadt Freiburg einer Band wie BAR ihren Kulturpreis und ist das noch Rock 'n' Roll? Ja und Nein, denn BAR haben sich in ihrer Bandgeschichte (auch schon als Liquid Laughter Lounge Quartet) nie darum geschert, ob das jetzt Rock 'n' Roll ist, was sie machen, und in welche Schublade sie passen könnten. Sie haben die Musik gemacht, die sie machen wollten, ja machen mussten, die sich aus dem Innersten nach außen drängte. Und wahrscheinlich ist es diese Kompromisslosigkeit, dieses nonchanlante „Fuck You“ an Erwartungshaltungen und ökonomische Verwertbarkeit, die BAR nun den Preis eingebracht hat.
Und dann ein Engagement am Freiburger Theater – noch so ein Hort der Bürgerlichkeit! Auch hier schaffen es BAR, unbeirrt ihr Ding durchzuziehen. Die gestellte Aufgabe war: Bearbeitet die Songs von Velvet Undergrounds „Bananen-Platte“ und weitere Stücke von Lou Reed und spielt sie im Theaterstück „Factory“ unter der Mitwirkung von Schauspieler*innen. Unter der Regie des Regisseurs Stef Lernous war schon mal keine allzu bürgerliche Inszenierung zu erwarten. Im Gegenteil: Mit seiner Gruppe „Abattoir fermé“ ist der Belgier bekannt für Trash, Splatter und opulente Dramatik mit viel Blut, Farbe, Geschmiere und Glitzer.
Dem Spektakel begegnen BAR mit maximaler Coolness. Zwar erkennt man jedes Stück fast auf Anhieb, doch sind es ganz eigene Interpretationen im speziellen BAR-Modus: langsamer, reduzierter, düsterer, gehäutet bis auf die eigentliche Essenz der Songs.
Weil BAR-Gitarrist Oliver Meier sich das exzessive Zeitpensum, das so eine Theaterproduktion verlangt, beruflich und privat nicht aus den Rippen schneiden konnte, haben BAR den Karlsruher Gitarristen Nicolas Sturm verpflichtet – kein Unbekannter, spielt er doch schon seit Jahren mit BAR-Schlagzeuger Jeremy Dhôme bei „Nicolas Sturm & Das Klingen-Ensemble“. Aktuell stehen noch einige Vorstellungen im Frühjahr 2019 auf dem Theater-Programm, weitere sind geplant.